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Ultraschallverfahren in der Regionalanästhesie - Überblick

Ultraschall ist in der modernen Medizin ein zentrales Verfahren, schonend Strukturen unter der Körperoberfläche darzustellen. Im Gegensatz zu Bildgebungsverfahren mittels Röntgenstrahlung entsteht keine Strahlenbelastung. Im Vergleich zu Kernspintomographischen Untersuchungen ist Ultraschall kein aufwändiges und kostenintensives Verfahren. Mittlerweile ist die Auflösungsfähigkeit von hochfrequenten Schallköpfen so weit entwickelt, dass selbst kleinste Strukturen und Veränderungen sicher dargestellt werden können. Seit 2001 beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Regionalanästhesie mit dem Einsatz von Ultraschall. Dabei werden verschiedene Ziele verfolgt:

Einsatz von Ultraschall zur Untersuchung anatomischer Grundlagen am Lebenden

Regionalanästhesie

GefäßdarstellungBei der Blockade von Nerven basiert das gesammte Wissen über die Anatomie auf der Präparation von Kadavern. Daraus entwickelten sich die anatomische Überlegungen für die Zugangswege zu den Nerven. Die Präparate werden meist als anatomische Zeichnungen abstrahiert und in den Lehrbüchern und Atlanten neben Fotos der Körperoberfläche von anatomisch wohlgeformten Körpern präsentiert. Mit in vivo Ultraschallstudien zur Anatomie von Nervenstrukturen soll die Realität und die Varianten in Lage und Form untersucht werden. So zeigen Untersuchungen der Arbeitsgruppe die enorme Variabilität der Lage und Teilungsstelle des Ischiasnerven am distalen Oberschenkel

Einsatz des portablen Ultraschalls in der klinischen Anwendung

Regionalanästhesie

Ultraschall ist das erste Verfahren zur Nervendetektion, bei der „unter Sicht“ punktiert wird. Bisher musste die Zielstruktur Nerv stimuliert werden. Waren es noch vor wenigen Jahren Parästhesien, die durch Berührung des Nerven ausgelöst wurden und so die Lage der Kanüle verifizierten, hat sich inzwischen die Nervenstimulation als Standardmethode durchgesetzt. Hierbei wird über gepulsten Reizstrom der Nerv aktiviert und die daraus resultierende motorische Reaktion der innervierten Muskeln zur Lokalisierung genutzt. Begleitstrukturen, die potentiell geschädigt werden, können ebensowenig wie Faszienscheiden, die eine Ausbreitung von Lokalanästhetika behindern können, dargestellt werden. Bei der Anlage von Nervenblockaden mit Ultraschall wird die Kanüle auf dem sichersten Weg unter Sicht zum Nerven geführt. Danach erfolgt die Injektion des Lokalanästhetikums unter Sicht. Untersuchungen zum klinischen Einsatz von tragbaren Ultraschallgeräten haben zum Ziel, die Erhöhung der Erfolgsraten bei Nervenblockaden zu validieren. Neben der Steigerung des Blockadeerfolgs konnte in ersten Untersuchungen auch eine deutliche Reduktion der Anschlagszeit gezeigt werden.

Sicherheit und periphere Nervenblockaden

Nervenblockade

NervenblockadeUltraschallgeführte Nervenblockaden nehmen in unserer Klinik mitlerweile einen hohen Stellenwert neben den Blockaden mit Nervenstimulation ein. Trotzdem fehlen für dieses Verfahren noch große Studien, mit denen die Sicherheit der Methode bewiesen wurde. Ziel userer Arbeitsgruppe sind Untersuchungen, die diese Fragestellung bearbeiten. Dabei wird vor allem die Verletzung von Nerven, die durch unbeabsichtigte Verletzung mit der Kanüle oder durch intraneurale Injektion erfolgt, untersucht.

Ausbildung von Anästhesisten

Ausbildung

AusbildungUltraschall ist als „online Bildgebung“ ein ideales Werkzeug, die oberflächlichen Leitstrukturen mit der Anatomie „unter der Haut“ zu korrelieren. Damit ist es möglich, den Anästhesisten in ihrer Ausbildung wertvolle Hilfestellung zu geben. Die Mitarbeiter der Arbeitsgruppe sind neben der innerklinischen Ausbildung auf nationalen und internationalen Symposien und Workshops als Referenten und Tutoren tätig.