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Informationen für Angehörige und Besucher

Besuchszeiten: täglich von:
morgens 10.00 bis 12.00 Uhr
nachmittags 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Telefonische Auskünfte für Angehörige: 0931 / 201 - 30400
(außer zu folgenden Zeiten: 7.00-10.00 / 16.00-18.00 / 23.00-24.00 Uhr)

Die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie betreibt eine Intensivstation mit 12 Betten. Hier werden Patienten, insbesondere solche mit schwerwiegenden Vorerkrankungen, nach ausgedehnten operativen Eingriffen medizinisch betreut. Außerdem werden hier lebensbedrohlich verletzte Patienten (z.B. Verkehrsunfallopfer) nach der Erstversorgung in der zentralen Notaufnahme des Universitätsklinikums weiterbehandelt.

Personelle Besetzung

Um die Behandlung schwerstkranker Patienten rund um die Uhr zu gewährleisten, arbeiten Ärzte und Pfleger im Schichtdienst. Das Ärzteteam besteht aus 6 Stationsärzten, 1 Facharzt und 1 Oberarzt, das Pflegeteam aus 40 Fachkräften, von denen die meisten eine spezielle, qualifizierte Weiterbildung in Anästhesie und Intensivpflege absolviert haben. Aus Ärzten und Schwestern dieser Station rekrutiert sich das klinikumsweit eingesetzte Team für die Herz-Lungen-Wiederbelebung (Reanimationsteam).

Patientenüberwachung

  • Überwachung der Organfunktionen
    Auf Intensivstationen ist eine Vielzahl von Überwachungsmonitoren und Therapiegeräten erforderlich, damit Funktionsstörungen oder der Ausfall einzelner Organe rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Direkt am Patientenbett werden deshalb alle wichtigen Werte der Herzkreislauffunktion und Atmung auf Bildschirmen (Monitoren) fortlaufend dargestellt und überwacht. Hierzu gehören die Herzstromkurve (EKG), der arterielle Blutdruck, die Atemfrequenz sowie der Sauerstoffgehalt im Blut und die Kohlendioxidkonzentration in der Ausatemluft. Tritt eine Veränderung dieser Meßwerte ein, so werden sowohl akustische als auch optische Alarme ausgelöst, um ein sofortiges Eingreifen zu ermöglichen.
    Die Standardüberwachung kann - je nach Schwere des Krankheitsbildes - jederzeit erweitert werden: Zur Diagnostik und Überwachung der Herzfunktion stehen neue, miniaturisierte Ultraschallsonden zur Verfügung, die in die Speiseröhre eingeführt werden und mit deren Hilfe sich die Leistung des Herzmuskels und der Herzklappen auf einem Monitor direkt darstellen läßt. So können z.B. Störungen im Bewegungsablauf des Herzmuskels wie auch Veränderungen an den Herzklappen und im Bereich der Lungenstrombahn zuverlässig erkannt werden. Zur Steuerung der Therapie von Kreislaufstörungen stehen verschiedene Gefäßkathetersysteme zur Verfügung, mit denen u.a. kontinuierlich die Pumpfunktion des Herzens beurteilt werden kann.

  • Spezielle Überwachung der Hirntätigkeit
    Nach Verkehrsunfällen weisen schwerstverletzte Patienten neben massiven Knochen- und Weichteilverletzungen häufig auch Verletzungen des Kopfes und Gehirns auf (sog. Schädel-Hirn-Trauma). Da diese Patienten aufgrund der Schwere ihres Krankheitsbildes oft nicht transportfähig sind, kommt der bettseitigen Diagnostik von Störungen der Hirnfunktion eine besondere Bedeutung zu. So können mit speziellen Sonden der Druck im Schädelinneren und der Sauerstoffgehalt im Hirngewebe direkt am Patientenbett auf der Intensivstation gemessen werden. Kommt es dann zu pathologischen Veränderungen, können umgehend medikamentöse oder operative Interventionen vorgenommen werden. Zudem läßt sich mit am Kopf fixierten Ultraschallsonden die Blutflußgeschwindigkeit in bestimmten Hirngefäßen kontinuierlich messen, wodurch Rückschlüsse auf die Blutversorgung der dazugehörigen Hirnareale möglich werden. Schließlich kann die elektrische Aktivität des Gehirns fortlaufend auf einem Monitor überwacht werden (Elektroenzephalogramm [EEG]). Mit weiteren Verfahren lassen sich auch Störungen im Bereich der Nervenbahnen erkennen.

  • Laboruntersuchungen
    Um krankhafte Veränderungen der Blutzusammensetzung, der Blutsalze (Elektrolyte), der Nieren- oder Lungenfunktion erkennen zu können, sind bestimmte Laboruntersuchungen notwendig. Die wichtigsten können mittlerweile bereits bettseitig aus kleinsten Blutproben durchgeführt werden. Schon nach wenigen Minuten liegen die Ergebnisse vor, die dann in gezielte therapeutische Strategien münden.

Therapieverfahren

  • Künstliche Beatmung und extrakorporale Lungenassistenz (iLA)- oder ersatz (ECMO)
    Häufig treten nach großen Operationen oder schweren Unfällen Störungen der Lungenfunktion auf, die eine künstliche Beatmung erforderlich machen. Hierzu werden Beatmungsgeräte eingesetzt, die alle gängigen Beatmungsverfahren erlauben. Zur Entlastung oder gezielten Behandlung einzelner Lungenabschnitte werden Patienten in Drehbetten gelagert. So lassen sich spezielle therapeutische Lagerungen verwirklichen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann - ebenfalls bettseitig - mit Hilfe einer sog. künstlichen Lunge (ECMO), die in den Blutkreislauf des Patienten eingeschaltet wird, ein teilweiser (iLA) bis kompletter Organersatz (ECMO) durchgeführt werden. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Erholung der Lunge.

  • Nierenersatzverfahren
    Ist die Entgiftungs- oder Ausscheidungsfunktion der Nieren ausgefallen, so läßt sich die Nierenfunktion heutzutage problemlos mit bettseitigen Dialysegeräten auch über längere Zeiträume aufrechterhalten.

  • Leberersatzverfahren
    Bei erheblicher Einschränkung der Leberfunktion kann kombinierend mit einer Dialysebehandlung ein Teil der Entgiftungsfunktion der Leber übernommen werden („MARS“).

  • Medikamentöse Therapie
    Die auf der Intensivstation behandelten Krankheitsbilder machen eine kontinuierliche und äußerst genaue Verabreichung hochwirksamer Medikamente erforderlich. Diese wird mit Hilfe mikroprozessorgesteuerter Spritzenpumpen gesteuert.

Patientendaten-Managementsystem

Alle am Patientenbett erhobenen Daten werden ebenso wie die aus dem Zentrallabor stammenden Untersuchungsergebnisse über ein Datenmanagementsystem auf Computern gespeichert und auf Flachbildschirmen dargestellt. Durch die weitgehend automatisierte Dokumentation von Behandlung und Pflege entfallen das zeitaufwendige Erstellen von Patientenkurven, die Errechnung von Flüssigkeitsbilanzen sowie das Aufzeichnen von z.B. Herzfrequenz und Blutdruck, so daß mehr Zeit für die unmittelbare Betreuung der Patienten zur Verfügung steht. Darüber hinaus lassen sich Trendkurven von z.B. Laborwerten darstellen, die Aufschluß über Entwicklung und Verlauf des Krankheitsgeschehens geben.

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